Therapie

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18.06.2021

Gelbe Seiten für saubere Praxen

Gelbe Seiten für saubere Praxen

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Ein Eintrag im Deutschen Hygieneregister steht für überprüfte Qualität: Ein staatlich gefördertes Konzept hilft Praxisinhabern und Betreibern von Gesundheitseinrichtungen die rechtlichen Vorgaben zur Hygiene umzusetzen und sogar unter den Argusaugen des Gesundheitsamtes gut dazustehen.

Kennen Sie DIN EN ISO 9001? Das ist eine Norm, die sich auf Qualitätsmanagementsysteme bezieht. Consularis, eine auf Heilmittelerbringer spezialisierte Unternehmensberatung, hatte sich des Themas angenommen. Doch es kam anders als geplant. Geschäftsführer Markus Sobau berichtet: „Dann kam Corona und wir konzentrierten uns auf das Hygienethema.“ Das Konzept wurde im April 2020 beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) eingereicht.

Staatliche geförderte Erfolgsstory

Das BAFA überprüfte das Konzept und befand es für gut. Kriterien waren die fachliche Qualität der Vor-Ort-Beratung und die schriftliche Dokumentation, das Hygienekonzept, das der Kunde an die Hand bekommt. Markus Sobau ist stolz: „Das ist ein Qualitätsmerkmal, ein Gütesiegel, wenn das BAFA – übrigens zusammen mit der Berufsgenossenschaft, der BGW – uns die Freigabe erteilt hat, das anzubieten.“ Als derzeit einzige Unternehmensberatung können deshalb Kunden von Consularis mit einer staatlichen Förderung der Hygieneberatung rechnen und erhalten nach dem Hygiene-Re-Check einen Eintrag ins Deutsche Hygieneregister.

Der Eintrag spricht für sich. „Die Aufnahme in das Hygieneregister wirkt sehr professionell. Auch die Abwicklung erfolgte sehr professionell“, so Philip Hennies, der als Studioleiter von WorkoutMed in Elze die integrierte Physiotherapie-Praxis WORKOUT Med. Elze zertifizieren ließ. Einer von vielen. Die Erfolgsstory des Marktführers verwundert nicht: „In den letzten zwölf Monaten haben wir mehr 500 Praxen – therapeutische und medizinische Einrichtungen – beraten und zertifiziert.“

Hygiene = Sauberkeit + Sicherheit

Die Zertifizierung hat auch die Aufmerksamkeit für das PhysioMed Elze wachgerufen, wie Philip Hennies, Studioleiter vom WORKOUT Med. Elze, erzählt: „Wir haben die Zertifizierung in einer befreundeten Physiotherapie-Praxis gesehen. Es erschien uns eine super Idee, um das bestehende Hygienekonzept zu optimieren, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern zu erlangen und um unseren
Patienten mehr Sicherheit zu bieten.“ Zudem muss sich ein Praxisinhaber nicht selbst zeitaufwendig durch Paragrafen und gesetzliche Vorgaben durcharbeiten.

Ein weiteres Kriterium für eine Beratung von außen: Den Praxisinhabern fehle die Erfahrung, wie sie das theoretische Know-how in den Praxisalltag implementieren könnten, so Branchenkenner Sobau. Ein sehr wichtiges Kriterium, wie Philip Hennies bestätigt: „Die Beratung führt einen durch den Paragrafen-Dschungel und zeigt, was wichtig ist. Zudem zeigt Consularis Verständnis dafür, dass es auch um das „gute Gefühl“ bei den Kunden/Patienten bzw. um Kundenzufriedenheit geht und nicht nur um Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.“

Das Hygienekonzept gibt Sicherheit gegenüber den Patienten, die weiter trainieren durften, und kommt auch bei den Prüfern des Gesundheitsamtes gut an. Das ist definitiv für die Einrichtung von Vorteil, wie das PhysioMed Elze zeigt. Philip Hennies:
„T-Rena und KGG waren während der kompletten Zeit der Pandemie möglich. Die Patienten haben sich durch das Hygienekonzept und die Hygienezertifizierung sicherer gefühlt und auch bei Nachfragen beim örtlichen Gesundheitsamt wurde die Zertifizierung und auch die Ausstattung mit Luftreinigungsgeräten im Trainingsbereich sehr positiv wahrgenommen.
Wir haben die Erlaubnis bekommen mit bis zu sieben Personen im KGGRaum zu trainieren, auch aufgrund des guten Hygienekonzepts.“

Viele Praxisinhaber seien gleichzeitig froh, wenn sie das Thema Hygiene delegieren könnten. Denn schließlich gehe es auch um die Haftungsfrage. Die Hygienezertifizierung sei eine Enthaftung für den Praxisinhaber, der sich „frei kaufe“, so Branchenexperte Sobau.

Das Audit vor Ort 

„Wir kommen und bringen Sicherheit“, so Markus Sobau selbstbewusst. Meist fehle die schriftliche Dokumentation. Das Vorgehen bis zur Zertifizierung fasst er so zusammen: ‚„Wir kommen in die Praxis vor Ort
zur Beratung und liefern eine schriftliche Anleitung, was zu tun ist. Wir listen auf, was richtig ist, und beraten, was fehlt. Wir geben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Wenn die Praxen dann alle Punkte abarbeiten, wissen sie, dass alles gemacht ist! Dann schlafen viele schon ruhiger.“ Sobald die Praxis alle Mängel nachgebessert hat, kann sie zertifiziert werden.

Das Beratungsgespräch verlaufe sehr konstruktiv, so Philip Hennies: „Der Berater wirkte sehr fachkompetent und beratend, anstatt kritisierend. Es wurden tolle Tipps gegeben, die das Hygienekonzept weiter optimieren, die einem aber nicht so bewusst waren, speziell im Detail. Weiterhin wurde aufgeklärt, was gesetzlich vorgeschrieben und was empfehlenswert ist. Die kritische, differenzierte Betrachtung von Textilien hat uns überrascht sowie Details bezüglich Aushangpflichten und Abläufen.“ Das zeigt, dass sich oft erst während des Audits Fragen ergeben, kritische Punkte erfasst werden. „Eine genaue örtliche Begehung ist niemals durch Fotos oder Filmaufnahmen zu ersetzen“, so Markus Sobau. Die Vor-Ort-Begehung habe das Bundesamt auch vorgegeben.

Qualitätssiegel durch Zertifizierung

Verordner, Mitarbeiter und Patienten registrieren die Investitionen der Praxen. Philip Hennies: „Die Patienten sehen, dass uns ihre Gesundheit und Sicherheit am Herzen liegt und nehmen das zertifizierte, hochwertige Hygienekonzept sehr positiv wahr. Auch die Mitarbeiter stehen voll hinter dem Konzept und werden für die Problematik und Notwendigkeit sensibilisiert.“ Werbewirksam können die Praxisinhaber ihre Hygienezertifizierung nach außen tragen: „Banner und Siegel lassen wir beim Kunden. Sie zeigen dem Patienten, dass sie dort nicht nur therapeutisch, sondern auch hygienisch gut aufgehoben sind“, so der Consularis-Geschäftsführer.

Philip Hennies bestätigt: „Das Banner und das gesamte Erscheinungsbild des Deutschen Hygieneregister wirkt äußerst hochwertig und professionell. Das schafft deutlich mehr Vertrauen als ein selbst gestricktes Konzept. Wir vermuten, dass es sich langfristig auch positiv bei den Verordnern herumsprechen wird. Bisher gab es ausschließlich positives Feedback von den Patienten und Verordnern.“

Gleichzeitig ergibt sich ein Wettbewerbsvorteil für die Gesundheitseinrichtung, vor allem beim Wechsel aus der Therapie auf die Trainingsfläche im Selbstzahlerbereich. Philip Hennies: „Einige Patienten werden sicherlich unsere Physiotherapie präferieren gegenüber anderen Anbietern aufgrund des Hygienekonzepts. Meist bleiben die Patienten dann einem „Haus“ treu und wechseln im Falle eines anschließenden Trainings auf Selbstzahlerbasis nicht noch einmal den Anbieter. Ein Transfer von PhysioMed zu WORKOUT Med. Elze fällt dann um so leichter.“

Die Erwartungen an die Hygiene sind gestiegen. Hygiene wird in Gesundheitseinrichtungen anders bewertet als vorher. Studioleiter Hennies aus Elze: „Die Glaubwürdigkeit, dass es uns wirklich um die Gesundheit des Menschen geht, wird langfristig unterstrichen und gefestigt.“

Nach Meinung von Markus Sobau bleibt das Thema Hygiene auch wichtig. So hat der Gesetzgeber im April 2021 das Arbeitsschutzgesetz dahingehend modifiziert, dass Arbeitgeber jährlich eine Anpassung
des Hygienekonzepts vornehmen müssen! Damit verbunden ist die Vorgabe, ein Mal im Jahr die Mitarbeiter in Hygiene zu schulen.
Reinhild Karasek

Zwei weitere Praxisbeispiele (PT und Studio) dazu finden Sie in der Ende Juni erscheinenden TT-DIGI-Sonderausgabe zum Thema Hygiene.


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